Quelle: München unterwegs Ziele der Umgestaltung
- Erhalt durchgehend
straßenbegleitende Baumreihen - Bauliche Radwege
=> Erhöhung der Verkehrssicherheit
durch Trennung Rad- und Fußverkehr - Lieferzonen / Parkbereiche
pro Straßenabschnitt
Juli 2026
Die Presse berichtete kürzlich von den Plänen der Stadt, den erst letztes Jahr eröffneten Radfahrstreifen an der Lindwurmstraße auf einem knapp 200m langen Abschnitt schon wieder für den Radverkehr zu sperren. Fuß- und Radverkehr sollen sich zwischen Reisinger- und Fliegenstraße wieder den viel zu schmalen Platz zwischen Hauswänden und Pappeln teilen. Was früher häufig zu brenzligen Situationen führte und die Neuordnung nötig machte, soll nun dem SEV zugestanden werden, um ihn zu beschleunigen. So zumindest die Hoffnung.
Als Bürgerinitiative und Anwohnerinnen und Anwohner der Lindwurmstraße sehen wir die angekündigte zeitweise Umwidmung eines Teils des neuen Radstreifens zu Busspuren mit Unverständnis und großer Besorgnis.
Dass die Ersatzbusse während der U-Bahn-Baustelle häufig im Stau stehen, ist ein ernstes Problem. ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr bilden gemeinsam das Rückgrat einer nachhaltigen und flächeneffizienten Mobilität. Damit möglichst viele Menschen auf diese Verkehrsmittel umsteigen können, brauchen wir einen zuverlässigen ÖPNV ebenso wie sichere und attraktive Wege für den Fuß- und Radverkehr.
Gerade deshalb darf die Lösung nicht zulasten der Sicherheit von Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrerinnen und Radfahrern gehen. Die Umgestaltung der Lindwurmstraße hat hier dringend notwendige Verbesserungen geschaffen. Diese nun teilweise wieder zurückzunehmen, steht ganz klar im Widerspruch zu dem Ziel der Stadt, die Sicherheit besonders gefährdeter Verkehrsteilnehmer dauerhaft zu erhöhen – gerade jetzt im Sommer, wo überdurchschnittlich viele Menschen zu Fuß und mit dem Rad unterwegs sind. Zudem ist fraglich, ob die erneute Ausweisung des schmalen ehemaligen Radwegs angesichts gestiegener Anforderungen an Radwegbreiten überhaupt noch rechtskonform wäre.
Die aktuelle Baustellensituation belastet den Straßenraum zusätzlich. Umso wichtiger ist es jetzt, dass möglichst viele Menschen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem ÖPNV unterwegs sein können. Diese Verkehrsmittel gegeneinander auszuspielen, hilft nicht weiter. Gute Bedingungen für platzsparende Verkehrsmittel entlasten die Straße und schaffen insbesondere auch Platz für Busse. Wer Fuß- und Radwege unattraktiv macht, muss mit mehr Kfz-Verkehr rechnen – das Problem droht sich zu verschärfen.
Wir appellieren deshalb an die Stadt, nach Lösungen zu suchen, die die Ursachen der Staus angehen und den motorisierten Individualverkehr während der Bauzeit wirksam reduzieren und gezielt steuern. Davon profitieren alle, nicht zuletzt diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind.
Die Neugestaltung der Lindwurmstraße war ein wichtiger Schritt hin zu einer sicheren Straße für alle. Als Bürgerinitiative setzen wir uns dafür ein, dass die Lindwurmstraße sicherer und lebenswerter wird.
März 2024
Radfahrer*innen
Prozent
Mehr Radverkehr seit 2011
Prozent
Weniger Autoverkehr seit 2011
Eigentlich liegt es auf der Hand: Die Lindwurmstraße braucht mehr Platz für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen.
Denn die Lindwurm ist nicht nur ein Ausdruck der autogerechten Stadt, sie ist auch ein Unfallschwerpunkt.
Zugleich ergaben Datenzählungen, dass der Radverkehr von 2011 bis 2020 um 70 Prozent gestiegen und der Autoverkehr um 30 Prozent gesunken ist.
Deshalb ist es nicht mehr zeitgemäß, dass dem Autoverkehr vier Fahrspuren und zwei Parkspuren zur Verfügung stehen, während Rad- und Fußverkehr sich eine viel zu enge Fläche teilen, auf der es ständig zu Konflikten kommt.
Das Münchner Mobilitätsreferat (MOR) hat im Sommer 2023 einen Entwurf vorgelegt, der den neuen Gegebenheiten Rechnung trägt: eine Fahrspur der Autos kommt weg, dafür bekommen Radfahrende einen geschützten Radweg. Die Fußwege werden verbreitert und die Gewerbetreibenden erhalten Lieferzonen, die nach ihren Bedürfnissen maßgeschneidert sind. Nach 20 Uhr können dort dann wieder die Anwohner parken. Und die Gastro hätte sogar Platz für Freischankflächen.
Win-Win-Win-Win könnte man also meinen – wenn nur nicht der Umbau im Januar 2024 vom Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter höchst persönlich unerwartet von der Tagesordnung genommen worden wäre!
„Lindwurmstraße für alle“ ist ein Bündnis aus über 180 Bürger*innen, die sich in politischen Gremien und der Presse für den Umbau engagieren.
Wir sind Anwohner*innen, die darauf warten, dass die Lindwurmstraße endlich eine zeitgemäße Infrastruktur bekommt.
Nachbar*innen, die täglich mit ansehen, wie es zu tatsächlichen Kollisionen oder Gerade-noch-Glück-gehabt-Situationen auf den Fuß- und Radwegen kommt.
Eltern, die den Verkehr in München mit großer Sorge sehen – auf den Schulwegen im Allgemeinen und in der Lindwurmstraße ganz besonders.
Schulkinder, die dringend darauf warten, dass auch ihre Belange im Verkehr ernst genommen werden.
Gewerbetreibende, die sich Verkehrssicherheit für Passant*innen und Kund*innen und eine Aufwertung ihres Geschäftsumfeldes wünschen.
Darum ist uns allen die schnellstmögliche Umsetzung der vorgesehenen Interimslösung zwischen Goetheplatz und Sendlinger Tor ein besonderes Anliegen.
1Wir möchten, dass die vom Mobilitätsreferat (MOR) der Stadt München öffentlich vorgestellten Umbauten der Lindwurmstraße schnellstmöglich und wie geplant bis spätestens 2028 umgesetzt werden.
2Wir fordern die ebenfalls geplante Interimslösung zwischen Goetheplatz und Sendlinger Tor bis zum finalen Umbau als geschützten Radfahrstreifen („Protected Bikelane“) – ohne weitere Verzögerungen, also möglichst schon 2025. Diese Abmarkierungen können kurzfristig und flexibel umgesetzt und gegebenenfalls nachkorrigiert werden und dienen dem sofortigen Schutz der Radfahr*innen und Fußgänger*innen. Jeder Tag, an dem die Lindwurm nicht umgebaut wird, ist ein Tag, an dem schreckliche Unfälle passieren können – und auch werden.
3Wir fordern, dass die Lieferzonen nach dem Umbau konsequent für Gewerbetreibenden nutzbar und frei gehalten werden, sodass der Wirtschaftsverkehr sicher, zuverlässig und effizient abgewickelt werden kann. Lieferzonen sind ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit und zur Verkehrswende, deren Freihaltung endlich von Polizei und Verwaltung konsequent geahndet werden muss.
4Wir fordern die Aufhebung der Radwegpflicht in der Lindwurmstraße ab der Aberlestraße, bis der Umbau der Lindwurmstraße abgeschlossen ist. So könnten Radfahrende, die sich sicher fühlen und schnell fahren möchten, die Situation auf dem schmalen Radweg entlasten.
Quelle: München unterwegs
Quelle: © lindwurmstrassefueralle.de
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